Rücktritt vom Darlehensvertrag vor Auszahlung – Ihre Rechte
Ein Darlehensvertrag kann unter bestimmten Voraussetzungen vor der Auszahlung widerrufen werden. Verbraucher haben ein gesetzliches Widerrufsrecht, das bei Fernabsatzverträgen, wie Online-Krediten, greift. Dieses Recht beträgt 14 Tage ab Vertragsabschluss und gilt unabhängig davon, ob das Geld bereits ausgezahlt wurde.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Widerruf und Rücktritt: Der Widerruf ist ein gesetzliches Recht, während ein Rücktritt nur bei vertraglichen Vereinbarungen oder schwerwiegenden Gründen möglich ist. Bevor Sie handeln, sollten Sie die Vertragsbedingungen genau prüfen und gegebenenfalls einen Fachanwalt konsultieren.
1. Schritt: Prüfen Sie das Widerrufsrecht
Bei Darlehensverträgen, die außerhalb von Geschäftsräumen oder online abgeschlossen wurden, gilt das gesetzliche Widerrufsrecht nach dem BGB. Sie haben 14 Tage Zeit, den Vertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Die Frist beginnt mit Erhalt der Widerrufsbelehrung.
Ein korrekter Hinweis auf das Widerrufsrecht ist zwingend. Wird dieser nicht ordnungsgemäß erteilt, kann die Frist bis zu zwölf Monate verlängert werden. Der Widerruf muss schriftlich oder per E-Mail erfolgen und kann nicht durch den Anbieter eingeschränkt werden.
2. Schritt: Form und Frist des Widerrufs
Der Widerruf sollte klar und eindeutig formuliert sein. Nutzen Sie ein Muster-Schreiben oder formulieren Sie selbst, dass Sie vom Vertrag zurücktreten. Senden Sie die Erklärung per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung, um den Nachweis zu sichern.
Die Bank darf nach dem Widerruf keine Auszahlung mehr vornehmen. Falls das Geld bereits überwiesen wurde, müssen Sie es zurückzahlen – aber ohne Zinsen, sofern innerhalb der Frist widerrufen wurde. Die Bank hat dann 30 Tage Zeit, eventuelle bereits gezahlte Zinsen zurückzuerstatten.
3. Schritt: Was passiert nach dem Widerruf?
- Widerrufsfrist: 14 Tage ab Erhalt der Belehrung
- Form: schriftlich oder per E-Mail mit Nachweis
- Keine Auszahlung mehr nach Widerruf
- Rückzahlung des bereits überwiesenen Betrags
- Erstattung von Bearbeitungsgebühren
Nach rechtzeitiger Widerrufserklärung ist der Vertrag rechtlich unwirksam. Die Bank darf keine weiteren Forderungen stellen. Falls bereits Kosten angefallen sind, wie Bearbeitungsgebühren, müssen diese erstattet werden.
Einige Anbieter versuchen, durch versteckte Klauseln das Widerrufsrecht einzuschränken. Solche Regelungen sind jedoch unwirksam. Bei Streitigkeiten hilft eine anwaltliche Beratung oder eine Beschwerde bei der BaFin weiter.
Häufige Fragen
Kann ich den Kreditvertrag widerrufen, wenn das Geld noch nicht ausgezahlt wurde?
Ja, das Widerrufsrecht gilt unabhängig von der Auszahlung. Solange die Frist läuft, können Sie jederzeit widerrufen.
Was, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist?
Dann verlängert sich die Frist auf bis zu zwölf Monate. Sie können den Vertrag noch lange nach Abschluss widerrufen.
Muss ich Strafen zahlen, wenn ich widerrufe?
Nein, bei ordnungsgemäßem Widerruf fallen keine Kosten oder Strafen an. Alle gezahlten Beträge werden erstattet.
Spielen Sie verantwortungsvoll. Glücksspiel kann süchtig machen. Setzen Sie ein Limit und hören Sie auf, wenn es kein Vergnügen mehr ist. Ab 18.